Vom Wald · 20. Oktober 2020
In weiten Teilen Portugals finden sich kaum mehr Wälder aus einheimischen Eichenarten. Stattdessen dominieren großflächig einheitliche Eukalyptus- oder Kiefernforste. Auf etwa neun Prozent der portugiesischen Landesfläche wächst gegenwärtig der Blaue Eukalyptus (Eucalyptus globulus), was ihn zur häufigsten Baumart des Staats macht. Dieser Essay erzählt die Geschichte seiner langen Reise und forcierten Einbürgerung mit den allzu bekannten, gleichwohl weithin geleugneten katastrophalen Folgen.
Vom Reisen · 29. Mai 2020
Neu-Delhi, März. Die Straßenränder Sandüberweht. Durchaus kein Versprechen, dass die Wüste in die Stadt zurückkehre oder ein Versprechen auf Strand. Sand. Er ist einfach da. Überall. Bewegt wie verwehendes Erinnern. . . Es gehört zu den Eigenartigkeiten des Reisens, dass man sehr bald Fremde und Fremdes wiederzuerkennen, wenn auch nicht immer zu deuten lernt. . . Aufnahme der Sendung im rbbKutur 2013.

Zur Zeit · 01. Mai 2020
Ich habe sehr damit gerungen, das aktuelle Geschehen zu verstehen. Mein misstrauischer Geist wanderte ruhelos umher, untersuchte jede Theorie und mögliche Erklärung, und doch muss ich zugeben: Ich weiß nicht, was vor sich geht. Ich weiß aber, dass wir an einem wichtigen Entscheidungspunkt in der Menschheitsgeschichte stehen. In diesem Aufsatz werde ich nicht Behauptungen darüber aufstellen, „was gerade geschieht“. Vielmehr möchte einen Raum eröffnen, der den Gegensatz zwischen „objektiver Realit
Vom Reisen · 13. April 2020
Die Gründung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność war eines der völlig unerwarteten Ereignisse der Geschichte als Ergebnis der landesweiten Streiks im August 1980. Schon als 17-Jähriger beobachtete ich die Streiks und Aufstände Ende der sechziger Jahre mit Bewunderung. Im Januar 1981 hatte ich schließlich Gelegenheit, die Solidarność- Bewegung vor Ort kennenzulernen. Fotos dieser Reise werden hier vorgestellt und die Erzählung Im Schwarzen Koffer.

Zur Zeit · 11. April 2020
Die Coronavirus-Pandemie hat die Wissenschaft wieder erbarmungslos in den Mittelpunkt der Gesellschaft gerückt. Werden wir verwandelt? Edgar Morin: Was mir auffällt, ist, dass ein großer Teil der Öffentlichkeit die Wissenschaft als ein Repertoire absoluter Wahrheiten und unwiderlegbarer Aussagen ansah. Und alle waren entspannt, als sie sahen, dass der Präsident von einem wissenschaftlichen Rat umgeben war. Aber was ist passiert? Hier das vollständige Interview:
Vom Wald · 05. April 2020
Dieser Text sollte mit Blick auf die Bäume gelesen werden. Zählt einen, zwei, drei, zehn, 20 Bäume. Dann haltet inne, um Euch vorzustellen, was tausend Bäume sein werden. Diejenigen, die resistent sind und Jahrzehnte brauchen, um das Erwachsenenalter zu erreichen und für die kommenden Jahre immer noch Sorgfalt und Wachsamkeit erfordern werden. Jenen, die Fahrten in die Berge zu jedem der Pflanzorte beinhalten, ganz zu schweigen von den Bemühungen, die Samen in den kältesten Monaten des Jahres zu

Zur Zeit · 04. April 2020
Wenn diese Pandemie die Bevölkerung der amerikanischen, afrikanischen und asiatischen Slums trifft (und sie wird sie treffen), wird sie unkontrollierbar. Es wird das Chaos der Menschheit sein, sowohl für die Armen als auch für die Reichen, weil der Tod unbestechlich ist. Wir werden nicht die Relevanz aller Raubtiere erwähnen, sondern nur zweier. Eines, makroskopisch und sehr bekannt, der Wolf, und ein anderes, mehr oder weniger mikroskopisch und der Öffentlichkeit absolut unbekannt, die Myxomyce
Zur Zeit · 31. März 2020
Mitte der achtziger Jahre war dieses Thema zumindest als Begriff in meinem Bewusstseins- Horizont angekommen und auf der Wichtigkeits- Skala nach oben gerückt. Allerdings hatte ich noch keine wissenschaftlichen Analysen und Berichte gelesen (im Unterschied zu den jugendlichen Mahnern). Mein Wissen war eher trivial, nicht einmal auf dem Stand des Berichts des "Club of Rom" über die Grenzen des Wachstums von 1972. Ich wohnte damals am Chamisso- Platz in Kreuzberg, wo ich in einer ehemaligen

Vom Reisen · 31. März 2020
Jürgen Fuchs las in seiner Dachkammer in der Lutherstraße ihre Gedichte vor. Ich sehe ihn noch vor mir, wie er sie mit jenem Leuchten in den Augen und Entdeckerfreude vorstellte. Welche Präsenz, Klarheit und kraftvolle Schönheit. „Einem Funktionär ins Poesiealbum“ mit dem apodiktisch krassem Schluss: „ich habe am Ende / eine Frage: /wem gehört eigentlich / das Volkseigentum?“ blieb für immer im Gedächtnis, ebenso wie Jürgens anschließendes jungenhaftes Lachen.
Gedichte · 27. März 2020
SIE SÄGTEN DIE ÄSTE AB, AUF DENEN SIE SASSEN UND SCHRIEEN SICH ZU IHRE ERFAHRUNGEN, WIE MAN SCHNELLER SÄGEN KÖNNTE, UND FUHREN MIT KRACHEN IN DIE TIEFE, UND DIE IHNEN ZUSAHEN, SCHÜTTELTEN DIE KÖPFE BEIM SÄGEN UND SÄGTEN WEITER.

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